Aquarium Beleuchtung, welche Lichtfarbe: Alles was Du wissen musst!

Eine Frage, die sich irgendwann jeder Aquarianer stellt, ist: Welche Lichtfarbe sollte meine Aquarium Beleuchtung haben, um ein möglichst gutes Ergebnis für mich zu erzielen?

Vor dem Kauf einer Aquarium LED-Beleuchtung gibt es einiges zu beachten. Die Auswahl an Beleuchtungen und deren verschiedenen Eigenschaften können sich bei der Effizienz, sowie der Lichtstärke, als auch der Lichtfarbe stark unterscheiden. Dies kann aufgrund des großen Angebots oftmals zu noch mehr offenen Fragen führen, als es beim Anfang der Recherche überhaupt gab.

Die Lichtfarbe einer RGB-Beleuchtung
Die Lichtfarbe einer Beleuchtung hat einen direkten Einfluss auf die Wahrnehmung der einzelnen Farben im gesamten Aquarium. | © Sascha & Phil – aquascape-aquaristik.de

Wichtig ist zu wissen, dass die Lichtfarbe beim Pflanzenwachstum, wie auch bei der Fotografie, eine große Rolle spielt. Aus diesem Grund möchten wir uns in diesem Beitrag einmal genauer mit der Lichtfarbe auseinandersetzen und dir einen Überblick darüber verschaffen, welche Möglichkeiten du hast und wie du sie optimal an deinem Aquarium anwendest.


Aquarium Beleuchtung, welche Lichtfarben gibt es?

Die Lichtfarbe unterteilt man in drei Kategorien. Darunter ist Warmweiß, Neutralweiß sowie Kaltweiß/Tageslicht. Am bekanntesten sind dabei die ersten beiden. In den einzelnen Kategorien spricht man von der Farbtemperatur, welche in Kelvin angegeben wird. Während sich Warmweiß in einem Bereich von 2.000 bis 3.300 Kelvin bewegt, liegt das Neutralweiß zwischen 3.300 und 5.300 Kelvin. Ab einem Wert von 5300 Kelvin spricht man von Kaltweiß beziehungsweise Tageslicht. Anders als viele annehmen, dass Tageslicht sei warm und gemütlich, ist es genau umgekehrt.

💡 Anmerkung: Je höher die Angabe des Wertes Kelvin ist, umso kühler und bläulicher wirkt das Licht auf uns. Je mehr der Wert gen 0 geht, desto wärmer und rötlicher wirkt Licht auf uns.

Lichtfarbe und ihre Einflüsse

Wie am Anfang bereits erwähnt, spielt die Lichtfarbe im Pflanzenwachstum eine große Rolle.
Pflanzen die zum Beispiel einer eher rötlichen Beleuchtung ausgesetzt sind, neigen zu einem schnelleren, aber auch labileren und kahleren Wachstum als Pflanzen, die nur bläulichem Licht ausgesetzt sind.

Eine rötliche Beleuchtung im Aquarium hat aber nicht nur Einfluss auf die Pflanzen, es vermittelt auch uns ein Gefühl von Gemütlichkeit und Wohlbefinden. Aus diesem Grund eignen sich Warmweiß-Beleuchtungen gut für das Wohnzimmer als Gestaltungsfaktor.

💡 Anmerkung: Wasser ist ein hervorragender Filter für rotes Licht. Um genügend rotes Licht zu den Pflanzen befördern zu können, beziehungsweise den Anteil an blauem und rotem Licht gleich zu halten, muss deine Beleuchtung einen höheren Anteil an Rot aufweisen.

Bläuliches Licht hingegen wird nur in geringen Mengen vom Wasser gefiltert. Aus diesem Grund wirkt das Meer oder auch große Seen auf uns blau. Blaues Licht dämpft die Wachstumsgeschwindigkeit bei Pflanzen allerdings ein wenig ab. Dafür haben sie aber Zeit, um ein kräftiges und dichtes Wachstum voranzutreiben.

Blaues Licht oder besser gesagt Kaltweiß kennen wir oftmals aus Schulen oder Büros und Werksstätten. Da Kaltweiß bei Menschen beruhigend wirkt und auch Konzentrationsfördernd ist, wird es oftmals in genau diesen Bereichen eingesetzt.

Der richtige Kelvinwert

In der Süßwasser-Aquaristik ist ein gesunder Mittelwert zwischen den Farbtemperaturen zu empfehlen. Der Wert liegt dabei bei etwa 5.400 Kelvin, was dem Wert des Tageslichts sehr nahekommt. Oftmals wird gesagt, das ein Kelvinwert zwischen 4.000 und 6.000 Kelvin ein optimaler Kompromiss ist, um ein gesundes und zeitgleich schnelles Wachstum zu fördern.

Während in der Süßwasser-Aquaristik bei den Beleuchtungen mit einem Wert zwischen 3.000 und 8.000 Kelvin hantiert wird, bedient man sich bei der Meeres-Aquaristik an ganz anderen Werten. Da Lebewesen wie Korallen aufgrund ihres natürlichen Lebensraums kaum bis nur sehr wenig warme Lichtfarben bekommen, haben sie gelernt mit überwiegend blauen Farben zu wachsen. Aus diesem Grund bedient man sich in diesem Bereich an Werten bis teilweise 10.000 Kelvin.

Weitere Faktoren

Welche Lichtfarbe die geeignetste ist, hängt von einigen Faktoren ab. Ist das Aquarium zum Beispiel mit einem starken Kontrast aus roten und grünen Pflanzen ausgestattet, empfiehlt sich ein Kelvinwert nahe der 4.000. Hierdurch bekommen die roten Pflanzen ausreichend Farbe für das Wachstum, zeitgleich werden Pflanzen wie zum Beispiel Bodendecker kaum bis gar nicht vom Rotstich beeinflusst. Durch die Filterung der roten Farbe und der Sättigung mit blauem Licht erstrahlen sie in sattem Grün. Anbei eignet sich dieser Wert auch für eine Platzierung im Wohnbereich, da er auf uns Menschen sehr gemütlich wirkt.

In Büroräumen wiederum eignet sich ein Kelvinwert von circa 6.000. Die Pflanzen wachsen hierbei zwar nicht so schnell wie bei der Beleuchtung im Wohnraum, jedoch profitieren die Aquarienbewohner, sowie der Mensch selbst, von der kühleren Beleuchtung.

💡 Anmerkung: In der Fotografie eignet sich ein Kelvinwert um die 5.400 am besten. Da hier das Wachstum der Pflanzen in einem optimalen Kompromiss aus schnellem und kräftigem Wachstum herrscht. So kann man gut saubere und natürliche Farben einzufangen.

Der Farbwiedergabe-Index Cri

Schon einmal vom Begriff Cri gehört? Mit diesem Wert wird bei LED-Beleuchtungen gerne geworben.
Der Farbwiedergabe-Index, im englischen “Colour Rendering Index” oder auch Cri genannt, gibt an, wie naturnahe die Wirkung des Lichtes auf einen farbigen Gegenstand ist.

Je höher der Cri Wert liegt, desto natürlicher werden Pflanzen und andere Aquarienbewohner dargestellt. Hierbei gilt ein Cri Wert von 100 Ra (Ra ist die Einheit von Cri) als naturgetreue Farbwiedergabe.

💡 Anmerkung: Wie schon erwähnt ist ein Wert von 100 Ra die naturgetreue Darstellung von Farben. Ein Wert von 90 Ra oder mehr ist eine sehr gute Farbwiedergabe. Ist der Cri Wert 80 Ra oder höher hat die Beleuchtung immer noch eine gute Farbwiedergabe.

⚠️ Achtung: Beleuchtungen der einen Cri Wert von 80 Ra oder weniger haben, sollten grundsätzlich im Wohnbereich vermieden werden. Hierbei kann es zu einer Verfälschung der Farbwiedergabe oder zum Ausgrauen kommen.


Fazit

Fazit: Aquarium Beleuchtung, welche Lichtfarbe

Bevor wir diesen kleinen Beitrag Aquarium Beleuchtung, welche Lichtfarbe beenden, möchten wir noch folgendes sagen:

Prinzipiell gibt es hier kein richtig oder falsch. Man kann die Aquarium-Beleuchtung mit der Auswahl vom Kelvinwert nur besser oder schlechter machen. Beachten sollte man auch die Lichtfarbe. Richtig ausgewählt kann diese nämlich noch einmal einen wahren Booster für das Aquarium und die darin enthaltenen Lebewesen geben.

Pauschal können wir sagen, dass man im Bereich von 4.500 und 6.000 Kelvin nicht viel verkehrt machen kann. Achte steht’s auf einen hohen Cri Wert und den Ort des Aquariums. Also stelle zum Beispiel ein mit 8.000 Kelvin beleuchtetes Aquarium nicht direkt in deinen Wohnraum, da diese Lichttemperatur kein Gefühl der Gemütlichkeit vermittelt.

Eine RGB LED-Beleuchtung bietet hierbei eine sehr gute Lösung um die richtige Farbwiedergabe sowie Lichtfarbe und Farbtemperatur zu finden. Sie deckt mit ihren roten, grünen, blauen sowie weißen LEDs das gesamte Farbspektrum und hat auch noch viele andere Vorteile.

Nun hoffen wir sehr, dir bei der Recherche nach einer optimalen Beleuchtung geholfen zu haben.

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Sascha & Phil
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Autor: Sascha & Phil

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