CPOs: Streitthema Besatzdichte

Reicht es in der Wohnung nur für ein kleines Aquarium, sind die Möglichkeiten für die Einrichtung und den Besatz sehr eingegrenzt. Viele Pflanzen wachsen schnell und für den Sicht- und Schwimmbereich bleibt kaum Platz. Sollen im kleinen Aquarium verschiedene Arten friedlich zusammenleben, wird es umso schwerer. Viele wählen aus Platzgründen ein Artenbecken. CPOs fühlen sich selbst in einem mittelgroßen Nano Aquarium noch wohl, wenn dieses gut eingerichtet ist. Doch über eine passende Besatzdichte streiten die Geister noch heute.

CPOs Besatzdichte bei kleinen Aquarien
Die Besatzdichte von CPO-Flusskrebsen ist ein extrem umstrittenes Thema. Teilweise werden viel zu kleine Aquarien, mit kaum vorhanden Versteckmöglichkeiten, mit viel zu vielen Tieren ausgestattet. | © Sascha & Phil – aquascape-aquaristik.de


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Gestreifter Zwergflusskrebs Cabarellus patzcuarensis

CPO ist die Abkürzung für „Cambarellus patzcuarensis orange“. Es ist die orange Zuchtform gestreifter Zwergflusskrebse. Diese leben in Mexiko anscheinend ausschließlich im Lago de Pátzcuaro und waren einst häufiger. Aufgrund der Fischerei und weiterer menschlicher Einflüsse werden gestreifte Zwergflusskrebse zurückgedrängt.

Die kleinen Flusskrebse erreichen bis zu 5 cm, liegen aber eher um 4 cm. Sie haben einen breiten Schwankungsbereich für die Temperatur und fühlen sich mit 10 bis 25° Celsius wohl. Der pH-Wert soll bei 7 bis 8 liegen. Mit regelmäßigen Wasserwechseln und einem Aquariumfilter sind CPOs relativ einfach zu halten. Ein Überbesatz bleibt Stress, wird aber bis zu einem gewissen Grad toleriert. Eine artgerechte Haltung ist hingegen etwas anderes.

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Besatzdichte der CPOs in freier Natur

In freier Natur entscheidet bereits das Futterangebot darüber, wie viele Krebse auf einer bestimmten Fläche leben können. Auch Fressfeinde spielen eine wichtige Rolle über die Bestandsdichte. Es kann also nicht beliebig viele gestreifte Zwergflusskrebse auf einem m² geben, sondern nur einige wenige. Diese sehen einander als Konkurrenten oder fressen sogar kleinere Artgenossen und ihre eigenen Nachkommen. All diese Faktoren regulieren den Bestand, ein Überbestand kann also nicht lange bestehen.

Wie viele wildfarbige Cambarellus patzcuarensis auf 100 m² vorkommen, lässt sich also nicht pauschalisieren. Einige Bereiche im Pátzcuaro-See sind ergiebiger beziehungsweise sicherer als andere.

Angaben für die CPO Besatzdichte

Eine kleine Recherche ergibt, dass die Empfehlungen für eine maximale Besatzdichte für CPOs weit auseinander gehen. Auch für andere Arten galten Größen, mit denen sie sich noch sicher am Leben erhalten lassen. Heutige Standards sind zum Glück artgerechter und es werden für die gleichen Arten und Gruppengrößen deutlich größere Aquarien empfohlen. Doch für die CPOs würden für drei bis vier Exemplare bereits Nano Cubes mit 12 Litern genügen, so Pekny und Lukhaup im Jahre 2008.

Diese Angabe ist noch sehr aktuell, aber alles andere als artgerecht und sozusagen das exakte Gegenteil des Aquascape-Gedanken. 12 Liter Volumen sind gerade einmal 25 x 25 x 20 cm. Mit Bodengrund und Einrichtung wären es jedoch 25 x 25 x 25 cm, immer noch viel zu klein. Jeder CPO könnte ein Revier von 12,5 x 12,5 cm beanspruchen, die Kleinkrebse erreichen bereits 4 cm Körperlänge.

Baensch und Evers empfehlen im Jahr 2002 immerhin 50 Liter und das als Artenbecken. Auch wenn Krebsmännchen zur Paarungszeit Reviere bilden und aggressiv verteidigen, fühlen sie sich mit ein paar Artgenossen wohler. Aber nur, wenn sie genug Platz zum Ausweichen haben. 50 Liter wären rund 60 x 30 x 30 cm. Zwei Männchen könnten jeweils zu den Enden ihre Reviere bilden sowie 1 Männchen auf 2 Weibchen empfohlen wird. In diesem Fallbeispiel sollten es aber auf keinen Fall mehr als vier Weibchen werden, wenn einem artgerechte Haltung wichtig ist.

Diese beiden relativ aktuellen Beispiele für die maximale Besatzdichte verdeutlichen, wie weit die Meinungen auseinander gehen. Keiner soll diese Richtwerte so verstehen, dass die Tiere sich nur bei einer so dichten Haltung wohl fühlen, mehr Platz ist fast immer besser.

Beckengröße ist nicht alles

Die Kantenlänge oder Liter-Zahl des Aquariums sind immer nur Richtwerte, das allein reicht nicht für gute Haltungsbedingungen. Extrem wichtig ist der bereits erwähnte Aquarienfilter. Dieser kann entweder ein kleiner Innenfilter, ein Rucksackfilter oder sogar einen  Aquarium Außenfilter sein. Die Filterart spielt dabei keine große Rolle, denn die Hauptsache ist, dass du überhaupt einen Filter für die Tiere besitzt. In dem Filter siedeln sich  Filterbakterien an, welche die Stoffwechselprodukte der Aquarientiere umwandeln. Das Wasser bleibt bewohnbar, ohne regelmäßige Teilwasserwechsel geht es dennoch nicht. Genauso brauchen die Tiere eine angemessene und passend dosierte Fütterung für Flusskrebse.

Bevor die gestreiften Zwergflusskrebse einziehen, soll das bepflanzte Aquarium drei bis vier Wochen einfahren. Die Filterbakterien kommen in die Gänge, es bildet sich eine Algenblüte und die Pflanzen wachsen schon einmal an. Diese brauchen zudem eine Beleuchtung. Es soll aber auch Freibereiche geben. Hier eignen sich Steine, bemooste Wurzeln und andere Elemente.

Auch das ist noch nicht alles, eigentlich alle Flusskrebse brauchen Verstecke. Sie müssen sich in regelmäßigen Abständen häuten und sind als die sogenannten Butterkrebse sehr angreifbar. Gerade im Nano Cube mit Überbesatz werden Butterkrebse durch Artgenossen angegriffen. Flusskrebse wollen ihre Konkurrenz kurz halten und mögen diese als Proteinquelle.

Es muss also viele kleine Nischen und Verstecke geben. Steinaufbauten, Wurzeln und Lochgestein mit kleinbleibenden Aufsitzerpflanzen ergeben die passende Grundstruktur. Eine stellenweise dichte Bepflanzung wäre schlichtweg zu wenig.

Aggressive CPOs während der Paarungszeit

Die CPO-Männchen bilden während der Paarungszeit Reviere und verteidigen diese aggressiv, nicht nur gegen männliche Artgenossen, sondern auch gegen andere Arten. Erfolgreich umworbene Weibchen werden auf den Rücken geworfen und begattet.

Gestreifte Zwergflusskrebse sind im Vergleich zu einigen anderen Flusskrebsen sehr friedlich, weswegen gelegentlich sehr hohe Besatzdichten empfohlen werden. Während der Paarungszeit wäre jedoch mit Ausfällen zu rechnen. Es stellt sich also die Frage, wie diese Besatzdichte für den Moment sinkt. Wer direkt weniger Cambarellus patzcuarensis orange einsetzt, braucht kein Zweitbecken.

Wann genau diese Paarungszeit beginnt, ist wohl abhängig vom Alter und äußeren Rahmenverhältnissen. Oft animiert der untere Temperaturbereich kombiniert mit häufigeren Teilwasserwechseln zur Paarung. Es ließe sich zudem durch die Beleuchtung simulieren, dass die Tage länger werden.

Besatzdichte der CPOs im Gesellschaftsbecken

Selbst wenn verschiedene Fachautoren das Artenbecken empfehlen, lassen sich die friedlichen CPOs mit anderen Wasserbewohnern vergesellschaften.

Die Krebse klettern gerne und sitzen sogar auf Wurzeln, die aus dem Wasser ragen. Eine dicht schließende Abdeckung ist deswegen sehr wichtig. Die meiste Zeit verbringen die gestreiften Zwergflusskrebse jedoch in ihren Höhlen oder am Bodengrund. Deswegen wäre eine Vergesellschaftung mit Fischen interessant, die sich in mittlerer und oberer Beckenhöhe aufhalten. Dennoch ist die maximale Besatzdichte der CPOs deutlich zu reduzieren. Auf eine Kantenlänge von 80 cm wäre ein Männchen mit zwei Weibchen vertretbar.

Fazit: CPOs

Blick in eine Unterwasserwelt oder Konserve?

Vielen ging und geht es beim Zierfischaquarium darum, möglichst viele verschiedene Arten in einem kleinen Aquarium zu halten. Dieses raubt immerhin Platz und verursacht laufende Kosten. Die maximale Besatzdichte orientiert sich bei dieser Strategie danach, wie viele Zierfische sich noch in gutem Zustand pflegen lassen. Artgerecht ist das nicht sowie Überbesatz Krankheiten und weitere Probleme begünstigt.

Es gibt durchaus Zwerggarnelen oder Schwarmfische, die eine Mindestzahl an Artgenossen zum Wohlfühlen benötigen. Auch hier wollen die Wassertiere nicht wie in der Konserve leben. Viel schöner sind gepflegte Unterwasserwelten, wie sie beim Aquascape üblich sind. Wurzeln oder Lochgestein sind mit Moosen oder kleinbleibenden Aufsitzerpflanzen überwuchert, stellenweise wuchern weitere Pflanzen und es gibt einen freien Schwimmbereich mit hellem, schwarzem oder erdfarbenem Bodengrund. Gerade CPOs heben sich durch ihr leuchtendes Orange ab und laden zum Beobachten ein. Dabei geht es nicht um die Stückzahl, es geht darum, vitale Wassertiere in einer schönen Landschaft zu pflegen.

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Autor: Sascha & Phil

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