Pinselalgen im Aquarium: So haben Sie keine Chance!

So mancher Auqarienbesitzer hatte damit schon einmal zu kämpfen: Pinselalgen. Haben sich diese Pinselalgen erst einmal im Aquarium festgesetzt, ist es schwer, die unliebsamen Bewohner wieder zu entfernen. In diesem Beitrag klären wir dich zunächst auf, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die Pinselalgen entstanden sind. Und natürlich auch, wie du sie schnellstmöglich bekämpfen kannst und ihnen vorbeugst.

Pinselalgen in einem kleinen 55L Aquarium
In diesem Aquarium halten uns einige Algenarten ganz schön zum Narren. Neben Fadenalgen findet man hier auch Pinselalgen wieder. Dennoch haben wir den Kampf mittlerweile gewonnen und wir wollen dir heute zeigen, wie du das auch hinbekommst. | © Sascha & Phil – aquascape-aquaristik.de

Was sind Pinselalgen überhaupt?

Pinselalgen (Audouinella sp., Rhodochorton sp.) gehören zu der Familie der Rotalgen. Der Unterschied hierbei ist, dass Pinselalgen eine eher dunkelgrüne bis schwarze Verfärbung haben, und nicht rot sind. Außerdem leben Pinselalgen, anders als die meisten 5000 bekannten Rotalgen-Arten, im Süßwasser. Haben sich die Pinselalgen dort erst einmal verbreitet, sind sie besonders hartnäckig zu entfernen. Einen einzelnen Algenbüschel kann man mit dem Aussehen eines Pinsels vergleichen; dadurch erhielt die Pinselalge ihren Namen.


Woher weiß ich, dass mein Aquarium von Pinselalgen befallen ist?

Vor allem für Besitzer ihres ersten Aquariums, könnte das Verbreiten der Pinselalge zunächst unbemerkt bleiben. Man hat ja natürlich nicht jede Alge auf dem Schirm, genauso wenig wie man es bei Schädlingen auf Pflanzen hat. Und die Verwechslung einer Pinselalge mit einer Grünalge oder Bartalge ist nicht unwahrscheinlich. Also wie kannst du dir sicher sein, dass es sich um die befürchtete Pinselalge handelt?

Bartalgen haben die gleiche Färbung wie die Pinselalge – gräulich bis schwarz. Allerdings sind Bartalgen bis zu 15 cm länger als die Pinselalge. Außerdem verrät auch der Name der Bartalge viel über ihr Aussehen: sie ziehen krause Fäden, welche Barthaaren ähnlich sind. Die Pinselalge sind kleine Büschel, welche, wie bereits genannt, der Bürste eines Pinsels ähnlich sehen. Die Pinselalge lässt sich hauptsächlich zunächst auf den Blättern von Pflanzen nieder und verbreitet sich von dort aus im gesamten Aquarium.

Ein ebenfalls idiotensicherer Test wäre folgender: Rupfe ein Stück der Alge aus deinem Aquarium ab. Lege sie anschließend in Alkohol ein. Wenn sich die Borsten der Alge rot verfärben, weißt du, dass es sich um eine Rotalge handelt. Und somit wohl in dem Fall die unbeliebte Pinselalge.


Für wen sind Pinselalgen schädlich?

Das Wichtigste zuerst: deinen geliebten Fischen kann durch die Pinselalge nichts passieren! Für diese ist die Alge also unschädlich. Auch du als Mensch musst dir keine Sorgen machen. Für wen die Pinselalge allerdings ein Problem darstellen könnte, sind die Pflanzen, die du im Aquarium besitzt. Da die Pinselalge sich recht schnell und überall im Aquarium verbreitet, könnten einige Pflanzen dadurch nicht mehr wachsen. Auch die Scheibe deines Aquariums könnte zunehmend befallen werden, wodurch die Sicht ins Aquarium immer schlechter wird. Dadurch sieht selbst ein sauberes Aquarium immer dreckig und ungepflegt aus.


Wie kommt es zum Befall?

Die Ursachen für das Auftreten von Pinselalgen sind nicht abschließend geklärt. Fest steht allerdings, dass sie sich nicht durch Flugsporen verbreiten – sie werden eher durch Pflanzen, Dekorationen oder durch das Wasser aus anderen Aquarien begünstigt. Die Algen treten zunächst an strömungsexponierten Stellen auf. Nach einer gewissen Altersgrenze, bilden sie winzige Sporen, welche sich im gesamten Aquarium ausbreiten und jede geeignete Stelle besiedeln. Daher solltest du auf diese drei Faktoren unbedingt achten:

Organische Belastung des Wassers

Ein Aquarium voller Fische und dafür weniger Bepflanzung bietet beste Bedingungen für das Heranwachsen von verschiedenen Algenarten. Einige Algenarten, die eine hohe organische Belastung sehr entgegenkommt, sind unter anderem die Fadenalgen und Blaualgen. Durch in der Folge zu starke oder häufige Fütterung kommt es zur hohen organischen Belastung. Begünstigt wird diese durch zu seltene oder geringe Wasserwechsel.

Außerdem könnte die Anhäufung von Mulm, also zersetzter Biomasse im Bodengrund oder im Filter, Ursache für die Pinselalge sein. Dabei solltest du den Bodengrund einfach reinigen und den Filter gründlich auswaschen.

CO2-Gehalt des Wassers

Der Kohlendioxid-Gehalt spielt ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle für das Auftreten von Pinselalgen. Fehlt bspw. Eine CO2-Anlage im Aquarium, sind die Pinselalgen dazu in der Lage, den Bedarf an Kohlendioxid aus Hydrogencarbonat zu sättigen.

Der pH-Wert steigt, da der Kohlenstoff sich vom Hydrogencarbonat-Ion abspaltet. Dadurch entstehen Hydroxid-Ionen. Somit kommt es zur sog. Biogenen Entkalkung. Kalk wird also freigesetzt. Die Pinselalge nimmt diese auf und baut sie in ihre Zellwände ein; sie wird härter und somit für Fressfeinde weniger schmackhaft.

Ungleichgewicht der Nährstoffe

Die optimale Nährstoffversorgung der Wasserpflanzen ist wie beim Menschen: ausgewogen. Pinselalgen machen sich ein Ungleichgewicht der Mikronährstoff-Düngung (insbesondere Eisen) zu Nutzen. Wenn du einen Eisenvolldünger verwendest, solltest du zunächst die Zugabemenge reduzieren. Du kannst aber auch erst einmal den Eisengehalt im Wasser messen. Dieser sollte im Bereich zwischen 0,05-1 mg/l sein.

Wenn die Wasserpflanzen allerdings sehr helle Triebspitzen ausbilden, ist dies ein sicheres Zeichen für Eisenmangel. Dann solltest du lieber auf einen schwächeren Eisendünger zurückgreifen, oder sogar auf einen reinen Eisendünger ohne Spurenelemente.


Wie bekämpfe ich die Pinselalgen effektiv?

Wie bereits geklärt, hilft:

  • Wasser regelmäßig wechseln
  • Wasserströmung verringern
  • Nährstoffgehalt im Gleichgewicht halten
  • CO2-Gehalt erhöhen durch eine CO2-Anlage

Was du außerdem tun kannst:

Beleuchtung

Nicht länger beleuchten als notwendig. Sobald die Pflanzen durch ihre Blattstellung (meist durch Hochklappen der Blätter) anzeigen, dass sie ausreichend Licht bekommen haben, kannst du das Licht ausstellen. Ein Richtwert ist etwa 10 bis 12 Stunden. Eine zu starke Beleuchtung wird durch die Algen nur ausgenutzt zur Verbreitung.

Um einen genauen Richtwert zu erhalten, spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Unter anderem sollte die Leistung deiner Aquarium Beleuchtung nicht zu hoch sein. Für stark bepflanzt Aquascapes gilt, dass 40 Lumen pro Liter ausreichend sind. Für schwach bepflanzt Aquarien, mit vielen Easy Pflanzen, reichen sogar 10 bis 20 Lumen pro Liter vollkommen aus.

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Fressfeinde zur Bekämpfung von Pinselalgen

Lass der Natur ihren Lauf! Natürliche Fressfeinde der Pinselalge sind Schnecken, ganz besonders die Pianoschnecke. Wichtig ist hierbei, dass die Pianoschnecke eben dann auch nur die Pinselalgen frisst, also nicht noch gesondert gefüttert wird. Außerdem sollten die Schnecken nur dann zum Einsatz kommen, wenn du auch langfristig mit ihnen planst.

Von anderen Fressfeinden können wir dir nur abraten. Dies ist einfach darauf zurückzuführen, dass die Tiere nach dem erfolgreichen Bekämpfen der Algen, immer noch in deinem Becken weiterleben. Dadurch musst du die Fische (die du vielleicht als Algenfresser einsetzen möchtest) ab einem gewissen Punkt mit geeignetem Futter versorgen und der Phosphat Gehalt in deinem Becken wird wieder ansteigen. Das hat zur Folge, dass du beizeiten wieder eine Algenplage am Hals hast.

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Verwendung von Alglizit

Wenn wirklich gar nichts mehr hilft, musst du auf Algenmittel und Chemie setzen. Doch nicht alles eignet sich genau passend für die Bekämpfung von Pinselalgen. Eignen tut sich hierfür zum Beispiel das Easy Carbo von Easy Life. Dazu einfach 1 bis 2 ml Substanz auf 50 Liter Aquarienwasser geben. Nach einigen Tagen solltest du beobachten können, dass die Pinselalgen sich weiß bis rosa verfärben. Das bedeutet, dass die Algen abgestorben sind. Nun können sie von den dir eingesetzten Fressfeinden verzehrt werden.

💡 Hinweis: In dieser Zeit solltest du deine Aquariumbewohner nicht füttern, da diese die Pinselalgen verspeisen.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Einnebelung mit Easy Carbo oder Wasserstoffperoxid – damit bespritzt du dann die Pinselalgen. Eine nach Herstelleranweisungen übliche Tagesdosis auf eine Spritze ziehen und die Pinselalgen unter Wasser direkt anspritzen. Achte hierbei darauf, dass die Filter oder Strömungspumpen ausgeschaltet sind. Empfindliche Pflanzen, vor allem Moose, könnten auf die Behandlung empfindlich reagieren.

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Pinselalgen vorbeugen

Bevor du dein Aquarium schön einrichtest, solltest du unbedingt darauf achten, dass du niemals Gegenstände oder Pflanzen aus Aquarien nimmst, welche bereits von Pinselalgen befallen sind. Diese Pinselalgen würden nämlich alsbald auch dein ganzes Aquarium befallen. Kaufe Dekogegenstände und Pflanzen also am besten immer neu und frisch.

Auch wenn du deine Fische ins frische Aquariumwasser lässt, fische sie mit einem frischen oder neuen Kescher hinaus und setze sie anschließend ins Aquarium. Du solltest es unbedingt vermeiden, das Wasser, in dem die Fische schwammen, mit ins Aquarium zu gießen.

Und wie bereits angemerkt, benutze am besten einen neuen Kescher für dein neues Aquarium. Einen Kescher, der bereits im Aquarium mit Pinselalgen gefischt hatte, sollte immer desinfiziert werden oder eben nur für die bereits befallenen Aquarien verwendet werden.

Eine besonders wirkungsvolle Maßnahme ist die sogenannte UVC-Sterilisierung.
Dafür benötigst du einen Sterilisator, welche es sowohl für Aquarien, als auch für Teiche gibt. Dabei wird die Benutzung von Geräten mit 5 bis maximal 11 Watt. Das Wasser sollte nach einigen Tagen sehr klar sein und die Ansiedelung von neuen Pinselalgen aufhalten. Die bereits vorhandenen Pinselalgen anschließend wie bereits beschrieben bekämpfen.

Dekorationsgegenstände aus dem Aquarium herausnehmen, mit Salz einreiben und einen Tag einwirken lassen. Anschließend mit fließend warmen Wasser gründlich abbürsten. Am sichersten ist es allerdings, befallene Dekoartikel oder Pflanzen ganz auszutauschen. Somit kannst du dir sicher sein, dass ein Pinselalgenbefall nicht von vorhergehenden Befällen rührt.

Fazit: Barschpflanzen

Fazit zu den Pinselalgen

Ist dein Aquarium erst einmal von Pinselagen befallen, ist es hartnäckig sie wieder loszuwerden. Aber hast du erst einmal die Ursache für die Verbreitung herausgefunden, schaffst du es mit den beschriebenen Tipps und Tricks, die unliebsamen Bewohner wieder loszuwerden. Dein Aquarium wird wieder sauber, und Fische und Pflanzen glücklich! Wir hoffen, dir in diesem Beitrag weitergeholfen zu haben und wünschen viel Erfolg bei der Bekämpfung!

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